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View Full Version : The most common mistake



Anton S.
19th August 2007, 12:59 PM
Hi!

Der (nach Sigung) von Kung Fu Schülern meist begangene Fehler ist die inkonstante, nicht-tägliche Praxis der Shaolin Künste.

Zwar wird die tägliche Übung verlangt, dennoch tut nicht jeder gut daran sie täglich zu üben.

Ich selbst stoße spätestens nach 3 Monatiger, täglicher und konsequenter Übungsphase und mache eine tägliche Übungspause.

Ich denke hier geht es um mehr als einfach zu sagen:"Einfach täglich üben" oder "Plan es dir ein" etc.

Ich denke kurzfristig sind diese Sätze wirksam, verlieren sie jedoch jegliche Tragfähigkeit wenn man sie auf die lange Zeit anzuwenden sucht.

Es bedarf einiger Tricks um den inneren Schweinehund kurzfristig zu überwinden, mittelfristig außer Gefecht zu setzen und langfristig auszurotten.

Ich glaube, dass es einige gibt, die das Problem haben, jedoch eher vermeiden sich darüber mit anderen auszutauschen;

und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es einige gibt, die das Problem überwunden haben.

Die Frage ist:

Wie kann ich langfristig meine tägliche Übung in die Alltagsroutine integrieren?

Wie kann ich diese Integration möglichstlange am Leben halten, ohne in die alten Verhaltensmuster hineinzufallen?


Ich denke, dass jeder der seit einigen Jahren täglich die Shaolinkünste übt schon einmal in irgendeiner Art und Weise auf diese Fragen gestoßen ist.

Wie schaffst du dir den Schweinehund sich vom Hals zu halten?

Ich freue mich auf jede bereichernde Antwort.

Liebe Grüße,

Anton.

Andrew
19th August 2007, 03:04 PM
Eine exzellente Frage, Anton. Schauen wir erst mal was andere hier denken / sagen. Du hast natürlich Recht, dass jeder mal (besser gesagt mehrmals in den meisten Fällen) dieses "Problem" hat.

Ich freue mich auf die verschiedenen Ansätzen.

Andrea
19th August 2007, 10:03 PM
Hallo Anton

Hätte mir früher jemand prophezeit dass ich zwei Mal am Tag Shaolin Chi Kung/Kung Fu trainiere hätte ich ihn oder sie für verückt gehalten .... und doch ist es so ... hier was mir hilft/geholfen hat:

1. Ich geniesse die Sessions ... :)

Für mich sind sie nicht "Training", nicht "durchbeissen und den inneren Schweinehund überwinden" oder gar "ausrotten" sondern besondere Momente im Tag ... "kleine Feiern" des Augenblicks, des Auftankens, des Ganzseins, .... Klingt etwas poetisch :o aber ich denke dieser etwas andere Betrachtungswinkel ist für mich ausschlaggebend. Statt sie als etwas zu sehen, dass ich nur machen muss um etwas zu erreichen (Training für etwas) ... sehe ich sie als Momente, die selbst zu den besten Momenten eines Tages gehören ... und wer würde schon freiwillig auf die "highlights" verzichten...

2. Was mir geholfen hat, diese Erfahrung überhaupt zu machen, war dass ich zu Begin einmal die Entscheidung gefällt habe, mir jeden Morgen und Abend die Zeit zu nehmen und diese Entscheidung nun nicht jeden Morgen und Abend wiederholen muss. Denn müsste ich das ;) so fände ich bestimmt viele Gründe warum es gerade heute nicht geht. Und dann hätte ich vermutlich auch nicht die Erfahrung gemacht, dass ein Morgen ohne "horse riding stance" etc ... genauso undenkbar wird wie ein Morgen ohne Frühstückskaffee und Dusche ... :eek: :D ... und das hoffentlich noch viele Jahre lang ...


Andrea

Anton S.
20th August 2007, 07:47 PM
Andrea, ich finde deine Post wirklich sehr bereichernd.

Ich bin sehr stark beeindruckt und Du hast mich wirklich inspiriert.

Bewertest du Deine "Genussmomente":), deine Übung?

Wieviel Zeit nimmt sie (pro Session) in Anspruch?

Genießt Du 7 Tage die Woche?

Wenn ja, wielange schon?

sagst Du zb.:"Heute war es sehr schön!"; oder "Heute war ich eher verschlafen und konnte mich nicht so gut konzentrieren" etc.?

Welche Art und Weisen gibt es noch sich der täglichen Übung zu nähern?
Wie macht Ihr das?

Ich freue mich auf Deine Antwort! Und auf Eure auch.

Liebe Grüße, Anton.

Andrea
21st August 2007, 03:38 PM
Bewertest du Deine "Genussmomente":), deine Übung?
sagst Du zb.:"Heute war es sehr schön!"; oder "Heute war ich eher verschlafen und konnte mich nicht so gut konzentrieren" etc.?


Nein ich versuche nicht zu bewerten. Was natürlich nicht immer gelingt :o. Sigung wiederholt in den Chi Kung Kursen immer wieder - "die Uebung nicht machen sondern die Uebung sein" ... das wäre das Ziel. Was nicht heisst dass ich nicht aufmerksam bin was geschieht, aber ich versuche es stehen zu lassen ... zu "sein" statt die Erfolge/Misserfolge sofort zu zählen und "einzusammeln" ... Sigung braucht das Bild vom ersten Schritt, solange wir den gemacht haben und wissen wo wir hingehen, gelangen wir irgendeinmal dorthin ... so lerne ich auch Geduld zu haben und denen zu vertrauen, die diesen Weg schon gegangen sind... :rolleyes:

Die Fortschritte messe ich nicht in den täglichen Uebungszeiten sondern indem ich von Zeit zu Zeit kucke wie es um die gesetzten Ziele steht. Das gibt mir den Raum um die einzelnen Sessions zu geniessen und trotzdem die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Die regelmässige Klasse hier in der Schweiz und die Korrekturen durch Sifu (Roland) und meine Shaolin Brüder und Schwestern sind dabei sehr sehr wertvoll und ermöglichen es sich nicht dauernd Sorgen zu machen ob den alles stimmt :)


Wieviel Zeit nimmt sie (pro Session) in Anspruch?

Morgens so 35-45 Minuten, Am Wochenende etwas mehr wenn ich Zeit habe und etwas repetiere. Abends 15Min.


7 Tage die Woche?
Ja Frühstückskaffee und Dusche gibt es ja auch jeden Tag grin - aber ich habe im Moment das Glück nicht sehr früh im Büro sein zu müssen und das hilft.


Wenn ja, wielange schon?
Seid 10 Monaten ...

Ich fände es spannend zu hören wie es anderen geht ... ob Eure Erfahrungen ähnlich oder sehr unterschiedlich sind... und was ich verbessern könnte.

Andrea

Kaijet
25th August 2007, 08:46 AM
Hallo Zusammen,


für mich sind die größten Schwierigkeiten der Leute die den Shaolin Weg begonnen haben und denen auf einmal der Antrieb fehlt folgende:

1.: Das Ziel aus den Augen verlieren
2.: Nicht im klaren sein warum sie begonnen haben
3.: Sich schon wo sehen wo sie noch garnicht sind (Ego)
4.: Oder nicht Verständnis das Shaolin ein Weg ist und kein Ziel

Dies sind Summarien von Beobachtungen und Unterhaltungen mit meinen hunderten von Shaolin-Schülern.
Der Shaolin Weg ist ein harter, gemeint ist natürlich nicht nur der Körper sondern hauptsächlich unser Geist.

Ronny
25th August 2007, 10:07 AM
Für mich ist das ganze auch eine Frage wie hoch man die eigenen Ziele gesetzt hat. Wenn man z. B. "einfach nur" gesund, fit und vital sein möchte und dazu etwas Spass haben und auch noch einige Selbstverteidigungs-Fähigkeiten (sowie Selbstsicherheit) erlangen möchte, dann finde ich, braucht es keine grosse Überwindung, um täglich zu trainieren.

Wenn man jedoch kämpferisch ein sehr hohes Niveau, höhere Bewusstseinsstufen erreichen möchte und schier endlose Energie zur Verfügung haben möchte, dann muss man sich schon etwas mehr "in den Arsch treten", um sich täglich für das anspruchsvolle Training motivieren zu können.

Benedikt
25th August 2007, 11:21 AM
Hallo zusammen.
Mir fällt es auch schwer mich jeden Tag zu moitivieren meine Übungen zu machen. Mir hat es aber geholfen mir feste Zeiten für mein training zu nehmen.
Oder ich nutze Zeit irgendwann am tag wenn ich grade sehr glücklich bin um zu trainieren, da ich dann nach einer Übung dann grade zu Euphorisch werde.

Der Punkt ist sich einfach hinzustellen und die Übung zu machen, denn das Überwinden ist für mich nicht die übung selbst sondern damit anzufangen.

Ronny
5th September 2007, 01:56 PM
Nicht umsonst sagt man, dass Kung Fu "harte Arbeit ist" resp. wenn man die "Übersetzung" genauer nimmt: "Zeit und Effort, der nötig ist, um ein Ziel zu erreichen".

Viel Spass bei der "harten Arbeit":)

Anton S.
11th September 2007, 03:19 PM
Hi,

ich muss mich Sifu Kai und Ronny anschließen, da die angesetzen Ziele als eine primäre Motivation/Ansporn dienen können.

Wenn die Ziele zu hoch gesetzt sind, wie z.B. Maximum Internal Force, tagein tagaus endlose Energie und Ausdauer usw. fällt es mir schwieriger mich zum Training zu bewegen. Vielleicht haben solche Ziele aufgrund meines Fortschritts für mich noch eine abstrakte Bedeutung, d.h. es könnte einige Jahre dauern diese zu erreichen.Für mich gehört es dazu gewisse Fortschritte zu sehen.

Da ist es sinnvoller kurzfristige, schnell erreichbare Ziele zu setzen, die innerhalb von 3-6 Monaten erreicht werden können. Wie zum Beispiel nach einem halben Jahr Chi Kung sagen zu können, dass ich nicht mehr so einfach anfällig für Krankheiten geworden bin, dass sich meine Körperhaltung gebessert hat, dass der Geist täglich aufgefrischt wird und durch Zhang Zhuang meine Vitalität gestiegen ist. Zwar brauche ich noch einen längeren Schlaf, aber das wird sich mit der Zeit auch ändern, da ich mich mit einer bescheidenen Zielsetzung automatisch den größeren Zielen nähere (wie zb. mehr internal force etc.)

Deshalb ist in meinem Fall eine bescheidene Zielsetzung effektiver.

Manchmal ist eine feste Tageszeit sehr gut, solange der Tagesablauf relativ einseitig/konstant ist, ist das möglich. Das reicht aber denke ich nur bedingt, ist also im Fall
a):muss um 9 zur Arbeit, kann um 7 aufstehen und eine Stunde
trainieren; oder komme um 5 heim und habe noch 1-2 Stunden Zeit bis zum Abendessen; vielversprechend und auch machbar.
im Fall b) dagegen:
b): ich stehe um 5 Uhr auf und muss um 6 zur Arbeit (Training am morgen scheitert); oder die Arbeit macht mich so müde und ich muss Überstunden machen, dh ich arbeite 10-11 Stunden täglich; weitaus schwieriger.

Die Trainingszeiten sind von unseren Tagesabläufen und unserer Beschäftigung also sehr stark abhängig. Man muss also den Tagesablauf oder den Job für das Training möglichst optimal machen,z.B. Fall B: keine Überstunden nehmen usw.

Ich selbst hatte vor kurzem eine Zeit lang gejobbt um genügend Geld für den Kurs mit Sigung zu haben, scheiterte jedoch daran täglich zu trainieren, nicht weil ich keine festen Ziele vor Augen hatte oder ähnliches, sondern einfach weil ich nach 9 Stunden Arbeit ohne Pause viel zu erschöpft war um zu trainieren.

Man kann also feste und klare Ziele haben, aber woanders behindert werden, täglich zu trainieren, z.b. wenn man bereits bei der Arbeit an eigene physikalischen Grenzen stößt (wie bei mir). Dann sollte man also schnell versuchen die Arbeit zu wechseln.

Wir müssen also klare Ziele haben und den Tagesablauf und unsere Beschäftigung für das Kung Fu Training optimieren.

An welche Hindernisse seid Ihr gestoßen?Wie habt ihr sie überwunden, oder gedenkt sie zu überwinden?

Mit freundlichen Grüßen, Anton

Benedikt
12th September 2007, 10:42 AM
Ich mache von der Schule aus Praktikum im Krankenhaus... Danach bin ich auch immer im Eimer. Deswegen verstehe ich gut wie das ist vollkommen kaputt zu sein aber sein training noch machen zu wollen. Wenn ich geschafft nach Hause komme und mich dann ausruhe werde ich aber noch viel apatischer. Wenn ich mich dann aber mehr oder weniger dazu trete mein training zu machen, bin ich danach wieder fit.

Fazit:
Man muss sich einfach dazu treten...:rolleyes:
Ich benutze mein training:
1. Fürs Kung-Fu
2. Um mich wieder fit zu machen.

Aber ich kenne das Gefühl für sein training mal richtig viel zeit haben zu wollen und dann alles ganz in ruhe zu machen. ( Wochenede :D)

evt. sieht man sich ja heute..

Grüße Benedikt

Ronny
24th September 2007, 11:21 AM
An welche Hindernisse seid Ihr gestoßen?Wie habt ihr sie überwunden, oder gedenkt sie zu überwinden?

Da ich meinen Charakter währen meinen 15 Jahren Kung Fu training sehr gut kennen gelernt habe, habe ich herausgefunden, dass für mich nur eine Methode funktioniert: "Zuckerwasser und Peitsche!". Soll heissen ich gönne mir etwas Gutes, (z. B. ins Kino gehen, mich mit Freunden treffen, ein Buch lesen, Gamen, Tennis spielen, oder was auch immer jemand gerne macht), erst, wenn ich mein Training absolviert habe. Dann macht die "Belohnung" nachher auch umso mehr Spass. Allerdings, muss man dann auch fähig sein sich selber zu bestrafen, wenn man nicht trainiert:cool:

Dieses "Rezept" ist jedoch nicht für jeden zu empfehlen, das die Charaktere sehr verschieden sind. "Kenne dich selbst und kenne deinen Gegner und du wirst in 10 von 10 Schlachten als Sieger hervorgehen!", hat schon der grösste Stratege aller Zeiten, Sun Tzu, gesagt.

Benedikt
25th September 2007, 10:40 AM
Die Geschichte mit dem bestafen kommt mir bekannt vor.:)
Ich hab meiner Mutter gesagt : Wenn ich nicht trainiere kochst du mir am nächsten tag kein Essen.
Seitdem trainiere ich jeden Tag. :D

grüße Benedikt

Kingmonkey
25th September 2007, 10:51 AM
Man kann also feste und klare Ziele haben, aber woanders behindert werden, täglich zu trainieren, z.b. wenn man bereits bei der Arbeit an eigene physikalischen Grenzen stößt (wie bei mir). Dann sollte man also schnell versuchen die Arbeit zu wechseln.


Wenn man an seine "physikalischen Grenzen" stösst könnte man auch durch !qualitatives! Training diese Grenzen kontinuierlich erweitern, genauso wie man auch die Grenzen seines Mabu erweitert .
Ich stehe um 5:20 auf und muss um 7:00 zur Arbeit, das reicht für Morgentoilette, Tee und 1/2Std bis 3/4Std intensives Training, nach welchem ich den anstrengenden Tag viel besser über die Runden bringe !
Natürlich die ersten paar Wochen war ein gewisses Mass an Ueberwindung nötig aber irgendwann wird es zur Routine....
Wenn ich abends (gelegentlich) dann noch zwischen 23:00 und 24:00 eine Qi Gong Session einlege, schlaffe ich viel ergiebiger und komme am Morgen auch besser hoch...


sondern einfach weil ich nach 9 Stunden Arbeit ohne Pause viel zu erschöpft war um zu trainieren.


Meine Erfahrung hat gezeigt dass ich mich lediglich überwinden muss mich hinzustellen, sobald ich den ersten entspannenden Atemzug gemacht habe, lächle ich auch schon ganz automatisch von herzen Erschöpfung und Müdigkeit sind dahin und alles andere ist dann nur noch Genuss und Spass. Meistens wird dann aus meiner nächtlichen Qi gong session noch ein Kung fu training, einfach weil es Spass macht.:)

Vielleicht ist das für euch nicht so ,bei mir klappts, wenn ich nicht vorher wegschlaffe....:rolleyes::rolleyes::rolleyes::D